Geschichte des SV 1970 Wissenbach e.V.

 

Schießsport in Wissenbach – Eine jahrhundertealte Tradition

Die Geschichte des Schießsports in Wissenbach reicht weit zurück – bis ins 15. Jahrhundert.

Von den Büchsenschmieden der nassauischen Eisenhütten über die Dillenburger Schützengilde und den Kriegerverein bis hin zum heutigen SV 1970 Wissenbach e.V. blickt Wissenbach auf eine reiche Schützentradition zurück.


Meister Hans, der Büchsenschmied (um 1444)

Die frühesten Spuren des Schießwesens in Wissenbach führen ins Jahr 1444.

In der Schatzungs- und Viehzählungsliste von 1447 ist ein „Hans Smyt" in Wissenbach verzeichnet – in der nassauischen Eisen-Industrie als „bussensmyt" gleich siebenmal erwähnt.

Meister Hans fertigte neuartige Kammerbüchsen, die im ganzen Land gefragt waren. Bis 1466/67 war er als Hofschmied auf dem Schloss in Herborn tätig.

Ob damals in Wissenbach bereits auf Scheiben geschossen wurde? Die Quellen schweigen – doch die Vermutung liegt nahe.


Die Dillenburger Schützengilde (ab 1489)

Die Dillenburger Schützengilde pflegte eine strenge Schießordnung: Von Ostern bis Michaelis mussten die Schützen jeden Sonntag mit mindestens sechs Mann antreten.

Als Dank spendierte die Stadt je ein halbes Viertel Wein – bis der Graf 1489 den Schützenwein rationieren musste.

Die Schützen trafen sich zu großen Schützenfesten mit Teilnehmern aus Siegen, Haiger und Herborn.


Der Kriegerverein Wissenbach (um 1900)

Die ersten sichtbaren Zeugnisse des Schießsports sind noch heute zu finden:

Etwa 100 Meter oberhalb des Wasserhäuschens am Hilgeshausen sind die letzten Reste eines alten Schützenstandes erhalten.

Ältere Wissenbacher erinnern sich, dass sich dort jeden Sonntagmorgen die Schützen des Kriegervereins trafen –

auf 100 Meter mit dem Kleinkaliber-Gewehr. Nach dem Schießen traf man sich bei „Lückoff's Daniel's" zum Ergebnisse besprechen.

 

In den 1930er Jahren wurde auch beim „Pulverhäuschen" in der Batzbach geschossen – in der Nähe des heutigen Schützenhauses.

Der Kriegerverein sammelte zudem für das Gefallenen-Denkmal der Gemeinde Wissenbach, das am 21. August 1925 eingeweiht wurde. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Verein aufgelöst.

Der 1. Wissenbacher Schützenverein (1950)

Bereits 1950 wurde der erste Wissenbacher Schützenverein neu gegründet. 1. Vorsitzender war Erich Weil, 2. Vorsitzender Walter Görke. Da kein eigener Stand vorhanden war, half man sich: Der 10-Meter-Luftgewehrstand befand sich kurzerhand hinter dem Haus von Kurt Göbel, der Gaststätte „Zum Badeweiher".
Später nutzte man den alten KK-Stand im Hilgeshausen auf 50 und 100 Meter.

1954 erhielt Oskar Reeh das Meisterschaftsabzeichen in Bronze des Deutschen Schützenbundes. Die Goldene Schützennadel des Hessischen Schützenverbandes erhielten Erich Weil, Günter Schmitt, Heinrich Thomas und Erich Walter. Nach dem Tod von Erich Weil stellte der Verein 1956 den Betrieb ein.


Der 2. Wissenbacher Schützenverein (1959)

Nach dreijähriger Pause meldete sich 1959 erneut ein Wissenbacher Schützenverein beim Hessischen Schützenverband.

Auf der Gründungsversammlung wurden gewählt:

Walter Koch (1. Vorsitzender), Kurt Göbel (2. Vorsitzender), Werner Fliedner (Schriftführer), Oskar Reeh (Schützenwart) und Willi Koch (Kassenwart).

Auch dieser Verein stellte leider noch im selben Jahr den Schießbetrieb ein.


Der SV 1970 Wissenbach e.V. – Unsere Gründung

Am 16. Oktober 1970 trafen sich im Gasthaus Henn die Gründungsmitglieder des heutigen Schützenvereins.

Geleitet wurde die Versammlung vom damaligen Kreisschützenmeister Moritz Nix aus Herborn.

Zu den Gründungsmitgliedern zählten: Gerhard Henrich, Heinrich Thomas, Heinz Steuer, Eberhard Müller, Dieter Langer, Jost Muhlberg, Udo Werner, Armin Kunz, Manfred Pevestorf, Werner Weil, Reinhold Reeh, Klaus Schaffner, Wilfried Pevestorf, Rolf Blossey und Günther Weg.

 

Seit diesem Tag ist der SV 1970 Wissenbach e.V. ununterbrochen aktiv – mit eigenem Schützenhaus in der Batzbach,

modernen Schießständen und einer lebendigen Gemeinschaft.

Im Auge Klarheit, im Herzen Wahrheit.